Rettungshunde

Eine nur dem Mensch gegebene Tugend ist es, dem in Not geratenen Nächsten selbstlos und            nachbesten Kräften helfend zur Seite zu stehen. Humanitäres Gedankengut hat die Bereitschaft zur Hilfeleistung in der Not auch über Zeiten menschlichen Versagens hinweg gefördert und ihr inzwischen weltweit Geltung verschafft. Zeigt sich dies in vielen Staaten der Welt bereits im Notfallgeschehen des Alltages, so findet sie ihren sichtbarsten Ausdruck in der Hilfeleistung bei Großschäden aller Art, die unversehens das Leben und die Gesundheit vieler Menschen bedrohen und darüber hinaus die Existenzgrundlage der Bevölkerung des betroffenen Raumes schädigen oder vernichten. Genügen die zur Verfügung stehenden Kräfte und Mittel nicht zur Bewältigung des Unheils, leistet die nationale und internationale Gemeinschaft umfangreiche und allgemeine humanitäre Hilfe. Die Rettung und Hilfe für die betroffene Menschen stehen bei solchen Ereignissen immer im Vordergrund, gleichgültig, ob es sich um ein besonders schweres Unfallgeschehen oder um eine Naturkatastrophe handelt. Grundpfeiler des rettungsdienstlichen Handelns sind Humanitas und Ethik. Ethik hat eine ganz spezielle Richtung im Katastropheneinsatz, dem Menschen zu nützen!

 

Da zu schweren Schäden und große Zahl an Opfern führende Großschadensereignisse und Katastrophen in der Regel überraschend eintreten und demgemäss dringenst des Einsatzes von Rettungskräften bedürfen, ist die Erkenntnis gereift, dass freiwillige Hilfsorganisationen aus strukturellen Gründen innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stehen können. Somit ist der in kürzester Zeit notwendige Einsatz von Spezialeinheiten an Großschadensstellen gesichert. Den in dieser kritischen Phase höchsten Gefahren ausgesetzten schwer- und lebensbedrohlich Verletzten frühzeitig helfen zu können, ist in diesem Fall eine Aufgabe der ersten freiwilligen Rettungseinheiten vor Ort.

 

Eine außerordentliche Sonderstellung unter den freiwilligen Helfern nehmen die Rettungsorganisationen ein, zu der auch die Mitglieder im Verein für Deutsche Schäferhunde gehören. Die Mitglieder übernehmen in einer RH-Staffel gegenüber dem Hilfsbedürftigen eine Garantenstellung ein. Diese Notkompetenz erhält eine zusätzliche Bedeutung, da ihre Inanspruchnahme bei Naturkatastrophen und Massenanfall Hilfsbedürftiger aus der bisherigen praktischen Erfahrung unvermeidbar war. Unsere Mitglieder des Rettungshundewesens im SV müssen alle Maßnahmen durchführen und in der Rückfolge darauf geschult werden, deren Anwendung dem Gesundheitsinteresse der Hilfebedürftigen dienen und die unter Beachtung der begrenzten medizinischen Befähigung des Helfers vertretbar sind.

 

Die Lehrinhalte im vermittelten Fach der biologischen Einsatzlehre der Personenortung werden an diesem Tag der fließende Übergang aus reproduzierbarer Einsatztechnik und operativer Einsatztaktik. Einsatztechnik ist die Arbeits- und Verhaltenslehre des Einsatzmittels Rettungshund, im fließenden Übergang zur Einsatztaktik, als richtungsweisendes und geordnetes Denken sowie Handeln des Rettungshundeteams. Die Einsatzlehre im Rettungshundewesen ist ein sehr stark praxisbezogenes Fach. Es sind nach dem neuzeitlichen Wissen die Zusammenfassung aller Erkenntnisse und nutzbringenden Fertigkeiten der Praxis in einem geordneten System, dass auf möglichst viele Einsatzfälle der Personensuche übertragen werden kann. Die Einsatzlehre der Personenortung ist ein dynamischer Prozess, der sich ständig ändern muss, um den jeweils aktuellen und neusten Stand des Führungssystems im Rettungshundewesen zu präsentieren.

Ziel ist es, durch spezielle Ausbildungstechniken die innige Verbindung Mensch / Hund zu fördern und durch spezielle Ausbildungstaktiken eine Personensuche durch die genetische Veranlagung des Hundes zu ermöglichen.